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Nur zwei Möglichkeiten: verrückt werden oder sich auf einen Punkt an der Wand konzentrieren und es geschehen lassen.
Entscheidet man sich für letzteres, fallen einem seltsame Details auf: die Plastikpflanzen, beispielsweise, und daß das Heizungsgebläse viel zu laut ist und viel zu störend. Der wiederholte Versprecher beim Familiennamen auch, und daß ziemlich viele Leute den Kopf drehen, wenn die Tür sich leise öffnet. Die welke Stelle am Schleierkraut, die so gar nicht gut ausschaut, und die graue Plüschmaus an der Handtasche der links stehenden Dame. Die eigenen Füße, die kälter werden und kälter, bis sie nur noch Schmerz sind, während man nachdenklich die fallenden Flocken beobachtet, den Kopf in einer Wolke und die Füße in einer Schneewehe. Man konzentriert sich auf seinen persönlichen »Punkt an der Wand«, nur um schlußendlich festzustellen, daß man auch den nicht versteht, und die Einsamkeit ist grenzenlos, die Leere allumfassend. Nun wird man doch verrückt.
Die Familie verläßt den Ort des Geschehens als letzte.
In diesem Jahr ist mir irgendwie nicht nach dem obligatorischen Jahresrückblick: zu turbulent war das Jahr, so vieles ist passiert.
Meine »guten Vorsätze« des letzten Silvesters habe ich weitestgehend eingehalten, ich habe einen neuen Job, habe mein Privatleben im Griff. Und die Vorsätze für 2010 sind klar definiert, wenn auch nicht zahlreich.
Zuguterletzt: am heutigen Abend habe ich die ersten Photos in meinem eigenen Studio geschossen; mit einem 300Ws-Blitz, einem 100Ws-Blitz, einer 90cm-Octagon-Softbox und einem Schirmchen lassen sich schon recht wilde Dinge anstellen… Mein Dank geht an dieser Stelle an mein williges Model, das so brav stillhielt.
Wir lesen uns im kommenden Jahr: weniger »Urban Exploration«, mehr Studiophotographie. Die localwurst wird auch im kommenden Jahr auf den Chemnitzer Linux-Tagen anzutreffen sein, doch erstmals als Aussteller, nicht als Gast — man darf gespannt sein… Es wird mehr gekocht werden: zumindest zum größeren Teil muß ich die Rezepte in meinem Kochbuch doch endlich mal ausprobieren! Mehr Dummschwatz, ich habe mir fest vorgenommen mehr zu rauchen, und ansonsten: leben!
Leben!
Guten Rutsch Euch — wo immer Ihr auch gerade herumrutscht
Das war’s dann wohl mit »Weißer Weihnacht« — die Straßen frei, der Schnee pockennarbig, Matschberge am Straßenrand.
Ich kann nicht behaupten, daß mich das signifikant traurig stimmen würde — ich werde über die Weihnachtstage viel Zeit auf etwaigen Autobahnen zubringen, und Regen ist mir da deutlich angenehmer als Schneefall. Trotzdem kann ich irgendwie noch gar nicht fassen, daß heute bereits der 24. Dezember ist. Ich bin sehr nachdenklich.
Wer das Glück hat, im Kreise seiner Liebsten in der Nähe eines geschmückten Nadelbäumchens zu sitzen, sollte es sich bewußt machen: das ist Glück, keine Selbstverständlichkeit. Kein angespanntes Schielen auf Gabentische, keine Panik aufgrund angebrannter Weihnachtsgans — es ist doch so nebensächlich. Nicht die Augen verdrehen und auf »Scheiß Bräuche« schimpfen, keinen Streit wegen Nebensächlichkeiten provozieren — nicht heute, und am besten auch sonst nicht.
Mein Gruß geht insbesondere an jene, die Weihnachten nicht im Kreise ihrer Liebsten feiern können — aufgrund schräger Arbeitszeiten, Entfernungen, Krankheit. Ganz besonders an einen — ich denk’ an Dich.
»Der König würde sich sehr freuen, wenn Sie eine Reise entlang der Atlantikküste unternehmen. Es geht darum, ob von Puerto Rico… bis San Agustin entweder diesseits oder jenseits der Dünen irgendeine günstige Stelle zu finden ist, um hier eine geeignete Festung zu bauen [...] die den Namen Sand-Louis tragen soll…« +++ Ravioli mit Fischstäbchen — der Einblick in andere Familien ist ja sooo spannend… +++ Da war dieses Fahrzeug, das — ohne zuvor den rückwärtigen Verkehr zu beobachten — plötzlich einen Spurwechsel initiierte. Meinerseits die Entscheidung: weiche ich in die Mittelleitplanke der Autobahn aus, oder fahre in einem Fahrzeug ins Heck, in dem zwei Kinder auf der Rückbank sitzen? Ich habe mich für die Mittelleitplanke entschieden… +++ Der Weichspüler auf der Badezimmerfensterbank hat sich in der Flasche quasi zu Pudding verwandelt; der Schnee fällt waagerecht, seit Stunden ist draußen kein Fahrzeug mehr durchgefahren, die Temperaturen sind massiv niedrig, die Stille erdrückend. Weiße Weihnacht! Warum nur fühlt es sich so gar nicht weihnachtlich an? +++ Feuer im Kamin, Playlist in iTunes, eine Handarbeit auf dem Schoß — auf dem Boden sitzend, dem Sitzsack[tm], die Füße in Nähe der Scheibe zwecks Zehenwärmens, das Lämpchen am Fenster wirft einen buttergelben Lichtkreis auf die Fensterbank — besinnlich? Entspannt? Nein. Und nein. Mein Kopfkino bringt mich noch um. +++ Ständige Diplomatie ist was Grausiges und oft sehr unehrlich. Ich wünschte, die Leute könnten mit »geradeheraus« und »gnadenlos ehrlich« umgehen. Dann lieber rauher Tonfall — wie am Bau! +++ Weihnachten entwickelt sich zu einem logistischen Debakel — bin mal gespannt, inwiefern das Wetter überhaupt mitspielt… +++ Abhängig von den Wünschen und Entscheidungen anderer mit dem Rücken an die Wand gespielt; nun geradestehend für Dinge, die man so überhaupt nicht wollte. Feine Sache, das — nimmt einem so richtig die Lust, überhaupt weiterzumachen. +++ Nachdenklich, müde, Resumée ziehend – das war 2009?
Noch während am Samstag die eigentliche Ausstrahlung des Otto-related-Teils »Wildes Wohnzimmer« lief, stiegen die Zugriffszahlen auf die Webseite in nicht unbeträchtlichem Maße Ich hielt den Server zur Sicherheit in den Werbepausen unter Beobachtung — schon allein dem ps aux | grep apache2 | wc -l ein 258 zu entlocken war denn doch etwas, was ich mir nicht entgehen lassen wollte (meine eigenen Webseiten erfreuen sich ja nicht gar so großer Beliebtheit, als daß der Server immer derart zu tun hätte). Ein Erlebnis, in jeder Hinsicht!
Ich hab ja schon so einige Kommentare zu diesem Blog im allgemeinen und zu Artikeln im besonderen erhalten, aber die Aussage »So kryptisch, könnte genausogut ROT13 sein« war sogar mir neu — so heute einmal einige erklärende Worte, Zusatzinformation, Umgebungsvariablen.
In den vergangenen Wochen durften wir die eingehende Bekanntschaft des »Dingens« machen; »Dingens« ist die unprofessionelle Bezeichnung dieses bunten, kugeligen »Bitte warten, ich stürze gleich ab«-Symbols unter MacOS X, von dem keiner so recht weiß, wie es nun eigentlich heißt — Sanduhr-Äquivalent, Spinning wheel/ beach ball/ pizza of death, Spinning wait cursor oder — ganz kreativ — »Rollebällesje« (bei letzterem bin ich mir hinsichtlich der Schreibweise nicht 100%ig sicher, und mir wurde auch neulich erst erklärt, daß das tatsächlich Saarländisch ist). Gab’s schon unter NEXTSTEP, hat mich da auch schon aufgeregt.
Bei meinen eigenen Rechnern geht das mit dem Update auf Snow Leopard schon los, das seines Zeichens für eine ganz neue Klasse an Fehlern sorgt: im Zusammenspiel mit meinem Netzlaufwerk beispielsweise kommt es immer wieder vor, daß die ganze Kiste schlicht den Dienst verweigert, Relaunch des Finders mündet in kapitalem Absturz desselbigen und bedingt den Reboot der Maschine.
Über die letzten Wochen habe ich, oftmals nach offiziellem Feierabend, massenhaft mehr oder minder antikes Bildmaterial aufgehübscht — abphotographierte Photographien, eingescannte Landkarten, Portraitaufnahmen, teilweise fleckig, teilweise verblaßt, fast immer im verkehrten Bildformat, teilweise zerrissen und streckenweise nahezu unkenntlich. Die Masse der Seiteneffekte, wenn man Bilddateien > 1GB auf einem PowerBook (mit extern angeschlossenem 24″er natürlich) bearbeitet, ist hoch — und doch harmlos im Vergleich zu dem, was die Kollegen mit Cinema4D, After Effects & Co. erleben durften.
Irgendwann nimmt der Wahnsinn überhand — man fängt an, Smileys in Landkarten zu malen, nur weil die Ortsmarken wie Augen aussehen, man entwickelt wüste Ideen, was man wohin retuschieren oder wann man im Film lediglich die Textzeile ».oO( Kopfkino! )« einblenden könnte; während der Kollege seinen 32GB-MacPro rendern läßt, wird auf dem PowerBook das Netzlaufwerk unresponsive, und während man den Filmtext zum zweitausendsten Male hören muß, entwickelt man echte Aversionen gegen das »Horrrrrnwerrrrk«, den »Fußbrei« (fausse-braye) und die »Ohrrrenbastionen« (bastion à orillons).
Aber trotz der Parallelen von Mojito zu Lümetten (Lünetten) und »Saaralgen« (in Anlehung an Saar Alben), der Textpassagen, die wir mühelos auswendig aufsagen konnten, trotz Selbstkritik und einer gewissen Portion Lampenfieber war die Präsentation der Arbeit in Berlin das, was man wohl als »vollen Erfolg« bezeichnen kann.
Überhaupt, Berlin: Starbucks an jeder Ecke, »Botox-to-go«-Läden (!), Dreharbeiten am Kurfürstendamm, Berliner Currywürstchen, Berliner Weiße; der Strohhalm, der sich von extern in mein Cocktailglas schiebt, U-Bahn fahren, sich überall durch den eigenen Slang als »Ausländer« outen; plötzlich wieder zu Hause in einem 300-Einwohner-Kaff zu sein, fühlte sich am ersten Tag sehr fremd an…
Als ich das Posting Beeindruckende Personenaufnahmen vor knapp zwei Jahren verfaßte, kannte ich ihn noch nicht persönlich; einige Zeit später erreichte mich eine eMail, in der es hieß, ich könne mich ja gerne mal für ein Shooting bei ihm melden — sofern das wirklich ich auf dem Profilbild sei. Ich war empört — er hielt mich echt für einen Kerl!
Auch wenn er mir immer wieder das Gegenteil versichert: für Shootings bin ich ein wenig untauglich. Doch aus dem Kontakt entstand etwas, das ungleich mehr hergibt als bloß Bilder: eine Freundschaft. Unzählige Abende bei Kirschwein und Kippen, Diskussionen über Kameras, Blitzköpfe und Beziehungen, S.O.S-Hilfe bei Beziehungskrisen und Katzenversorgung im Urlaubsfalle.
Im Jahre 2008 kam bei einem geselligen Abend das Gespräch auf Domains, phottos.de war tatsächlich noch frei und wurde wenige Minuten später registriert. Webspace auf meinem Server, Website-Design von ufocrash.de — hey, wir sind im Saarland Ihren vorläufigen Höhepunkt fand die Geschichte am gestrigen Abend, denn nach 2x 14h Dreharbeiten sollten wir Otto live auf VOX erleben dürfen — in der Sendung Wildes Wohnzimmer.
Ein großer Topf Chili, ein Kasten Bier und vierzehn gespannte Zuschauer — die Stimmung war genial. Doch wie sich herausstellte, hatte VOX ihn an jenem Abend lediglich als Teaser eingebaut — während wir zum 500. Male Rokko, den telegeilen und sich in Psychotherapie befindlichen Papagei und das Äffchen-mit-Windel beguckten wuchs der Drang, den Fernseher mit Chili zu bewerfen, den Papagei zu rupfen und zu braten oder aber Ottos Vogelspinnen kleine Latex-Anzüge zu basteln (»Wie ein Handschuh, nur mit mehr Fingern halt.«).
Trotzdem er in der gestrigen Sendung nur für etwa 90 Sekunden gezeigt wurde reichte das aus, um meinen Webserver als »gevoxt« (Danke, Rainer!) bezeichnen zu können; ich muß unbedingt vorm nächsten Samstag noch an der Konfig drehen Immerhin hat das Model im Teaser bloß den Mantel ausgezogen und hatte sogar Unterwäsche drunter an, was soll das dann kommende Woche werden
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