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Gummigans

Was tut man, wenn man Hunger hat, der Kühlschrank aber leer ist?

Zivilisierte Menschen würden wahrscheinlichen einen Pizza-Notdienst rufen; eine Möglichkeit, die mir jedoch verwehrt bleibt, weil in meinen Wohnort einfach niemand liefern will. Jedoch hatte ich eine rettende Idee: die Tiefkühltruhe! Ich war mir völlig sicher, ein Brathähnchen dort deponiert zu haben.

Wie sich bei näherer Begutachtung jedoch herausstellte, handelte es sich bei dem in Folie eingepackten Etwas nicht um ein Hähnchen, sondern um Gans. Genauer gesagt die Weihnachtsgans, die ihren großen Auftritt nun ein knappes halbes Jahr zu spät bekommen sollte.

Es war ein Desaster, welches ausschließlich unter dem Code-Namen "Gummigans" in den Akten geführt wird; es tropfte, der Backofen qualmte, alles roch nach Gans aber das Viech schmeckte nicht danach; mit Besteck essen war gar nicht und einfach reinbeißen brachte auch nur bedingt Erfolg – mit genug Pech hüpfte einem das Ding (= Gummigänsekeule) aus den Händen und landete auf dem Tischtuch. Das Fleisch selbst war unglaublich dehnbar – mir drängte sich der Gedanke an eine Gummiflitsche auf – aber meine Vision, es als selbstschließendes Sicherheits-Türscharnier zu vermarkten ist wenig erfolgversprechend. Kartoffel-Püree-aus-dem-Päckchen als Bauschaum einzusetzen hat ja auch schon nicht funktioniert.

Normalerweise bin ich am Herd gerade nicht der Versager schlechthin, aber diese Aktion hier war echt völlig daneben; das nächste Mal sollte ich wohl eingehend RTFM machen, ehe ich mich dran versuche; ohne läuft es eher auf Leichenschändung raus.

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