Achtung: dieser Blogeintrag wurde vor 4 Jahren, 2 Monaten und 30 Tagen veröffentlicht!
Beachtet das bitte dringend, vor allem im Falle konkreter Anleitungen.
Für etwaige Schäden kann keine Haftung übernommen werden!
Es war ein grauer, sprühregnerischer und schwülwarmer Tag, als ich mich mißgelaunt in mein silbergraues Geschoß AKA Auto schwang, um im total überhitzt^H^H^H angenehm klimatisierten Puf^H^H^H Büro meiner täglichen administrativen Prostitut^H^H^H Arbeit nachzugehen.
Mein Auto ist 16 Jahre alt, und es hat das originale Radio; ich bin zu faul und zu geizig, ein anderes zu kaufen und einzubauen, und immerhin hat die Karre erstaunlich gute Boxen und das Radio ein Cassettendeck; in selbigen steckte eine Adaptercassette, an der Adaptercassette hing der iPod. Und dudelte.
Leider nur mono.
Das wiederum war darauf zurückzuführen, daß die Cassette bei jedem Gulli-Deckel irgendwie so halb den Kontakt zum Tonabnehmer verlor; ich konnte in das Cassettendeck hineingrabschen, sie einen Millimeter nach vorne bewegen, und schon hatte ich wieder Stereo — aber mal ganz davon ab, daß es mir dann jedesmal fast das Trommelfell zerfetzte (über 20km Mono-Gesang hatte ich natürlich kontinuierlich lauter gedreht), es war auch lästig.
An diesem Morgen fiel dieses hochdiffizile Setup komplett aus.
Während ich also in weitem Bogen auf die Autobahn auffuhr, stocherte ich einmal mehr mit dem Zeigefinger im Cassettendeck herum in der Hoffnung auf besseren Klang, doch dreierlei wurde mir dabei bewußt:
- Das Leben ist scheiße, und Adaptercassetten sind auch scheiße.
- Das Ding ist kaputt, und mein Herumpfriemeln nutzt nix.
- (pull)Ich krieg’ den Finger nicht mehr aus dem Cassettendeck.(/pull)
Glücklicherweise fahre ich ja Automatik, daher war das größte Problem meine leicht asymmetrische Sitzhaltung, bis ich dem LKW ausgewichen und den halbkaputten Finger wieder da raus hatte; an der Sache als solcher hatte sich jedoch nichts geändert, so daß ich vor Wut auf dem Radio herumklopfte.
Mit dem Effekt, daß der Hebelmechanismus zum Auswurf der Cassette kaputt ging.
Die kommenden Tage mußte ich unterwegs selbst singen, da das Auto zwar eine Antenne besitzt, diese jedoch, da abgebrochen, funktionslos und ausschließlich zu Dekoationszwecken in ihrem Schacht steckt. Ein helfende Hand überließ mir leihweise einen iTrip.
Diesen schrottete ich bei einer Vollbremsung, bei der sowohl iPod als auch iTrip durchs gesamte Auto sausten und unsanft landeten; das Gehäuse des iTrip platzte, die Antenne riß ab, der Klinkenstecker brach heraus, die Kontakte des Klinkensteckers rissen ab und der iPod hatte plötzlich kein Menü mehr.
Zu Hause angekommen, ließ ich den iPod ersteinmal einige Tage liegen — bis der Akku leer war und das Ding sich restlos abschaltete. Dem iTrip hingegen rückte ich mit Pinzette, Käbelchen, Schraubstock und Lötkolben auf die Pelle.
Et voilà: Willkommen bei Radio Localwurst!
Das Teil streamt nun über weite Bereiche im Haus, und ich denke, die benachbarten Autos an roten Ampeln dürften, entsprechende Frequenz vorausgesetzt, gleichermaßen in den Genuß von Pink Floyds »Delicate sound of thunder« wie von »Avenue-Q« kommen.
Der Empfang ist teilweise hakelig, was aber daran liegt, daß sich das Teil auf die Frequenz 93,8 festgefressen hat und sich einfach nicht da wegprogrammieren lassen will; dies führt zu dem nervigen Effekt, daß man nicht nur das eigene Handy im Radio hört, sondern auch die Automatik, den Scheibenwischer, die Blinker und das Fernlicht (!).
Ein neues Radio hingegen würde wohl den Wert des Wagens übersteigen
loading...
Diese Artikel könnten Dich ebenfalls interessieren:
Facebook
Twitter
Google
Email
RSS
du machst vielleicht sachen…. *G*
loading...