Achtung: dieser Blogeintrag wurde vor 3 Jahren, 10 Monaten und 25 Tagen veröffentlicht!
Beachtet das bitte dringend, vor allem im Falle konkreter Anleitungen.
Für etwaige Schäden kann keine Haftung übernommen werden!
Ich fühle ich mich etwas bematscht als der Wecker klingelt, jedoch komme ich recht gut aus dem Bett, hüpfe unter die Dusche, mache ein wenig Unsinn mit der Miez und höre im Auto lustige Musik, die ich herrlich falsch mitpfeife. Ich bin stolz auf mich: es ist frühmorgens und ich habe mich extra fürs Training aus den Federn geschält, und hier flitze ich nun, in meiner unförmigen (aber bequemen) Stoffhose und dem unkleidsamen (aber bequemen) Hemdchen, auf dem Stepper dahin.
»Sie legen ja ein ganz schönes Tempo an den Tag.«
Ich mag Rentner; die erzählen die dollsten Geschichten, Hektik und Eile sind ihnen üblicherweise fremd, und freundlich sind auch die meisten. Bloß: ich bin hier mit 250 Watt am Rennen. Ich will nicht reden, ich bin da eigen.
»Als ich jung war, da bin ich auch immerzu gerannt, jaha! Aber jetzt hab’ ich eine künstliche Hüfte…«
Freundlich nicken, weiterflitzen. Bloß nicht nachhaken! Die fangen dann nämlich zu erzählen an, und mir ist jetzt noch schlecht von den Unterleibs-Episteln unserer Putzfrau.
Ausgesteppt; ich würde jetzt zu gerne mit dem eigentlichen Training anfangen, aber mein Lieblings-Renter besetzt das erste Gerät und macht Pause. Eine Weile schaue ich ihm dabei zu, dann spreche ich ihn an — er versteht mich nicht, also schreie ich ihn an — daß ich um 10h00 auf der Arbeit sein muß und mein Training gerne zu Ende bringen würde. Er hat Verständnis und setzt sein Trainingskoma auf dem übernächsten Gerät fort, auf dem ich hätte trainieren müssen…
Es ist wie an so vielen Tagen: gutgelaunt starte ich in den Tag, leicht griesgrämig trinke ich die zweite Tasse Kaffee, und um die Mittagszeit wünsche ich mir den sofortigen tödlichen Schlaganfall; es ist nur die Bratwurst, die mich aus dieser Krise erretten kann.
Die Schlange am »Riesenbratwurst-zum-Sonderpreis-Büdchen« ist lang, und ich verhungere fast, während ich Zentimeter für Zentimeter dem Eldorado entgegensteuere; endlich darf ich der grobgesichtigen Person, der man ansieht, daß sie vermutlich des öfteren von der eigenen Ware nascht, meinen Wunsch artikulieren — sie nimmt ihn freundlich zur Kenntnis und gibt sich ersteinmal mit stoischer Ruhe dem Bratwurstwenden hin.
Wie ich heute gelernt habe ist Bratwurstwenden sehr viel diffiziler, als man auf den ersten Blick so meint; tatsächlich liegen die halbverkohlten Fleischreststangen in einem ganz bestimmten Muster auf dem fauchenden Grill, und dieses Muster darf auch durch Drehen der Wurstkörper auf garkeinen Fall gestört werden.
Gemessen an der Tatsache, daß sie locker 36 Würste wendet ehe sie mir die erste Wurst der ersten Reihe verkauft, geht es dann doch überraschend schnell…
loading...
Diese Artikel könnten Dich ebenfalls interessieren:
Facebook
Twitter
Google
Email
RSS
und gleich 2 Fehler: Rennen im Zimmer (Dafür gibt es doch den großen, blauen Raum) und Bratwurst essen um dem schädlichen Trainingseffekt gleich wieder entgegen zu wirken. Bravo
so, ich fläz mich derweile weiter vor meine Flimmerkiste und nasch Schokolade :P
loading...
Hallo,
Ende der achtziger, bis in die neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts, ach, was sage ich, des letzten Jahrtausends hinein stand vor dem Bahnhof in B*e*e*e*d eine Wuerschtelbude. So ein Wagen mit Luken zum Aufklappen. Da musste man sich immer von rechts anstellen und dann nach links durchwandern. Wer oefter dort verkehrte, wusste das. Wer das nicht wusste, tja, der lernte erstmal, was Zucht und Ordnung ist
. Zumindest beim Anstehen.
Gruesse
loading...
Hach, immer das gleiche.
Alle glauben das nur die Wurst auf den Grill kommt und etwas hin und hergedreht wird.
Mensch, det is ne Wissenschaft.
loading...
bratwurst rockt!
loading...
@Dr. Azrael Tod: Rennen im Zimmer ist das beste, was man bei dem Mistwetter da draußen machen kann; und da ich ernsthafte Sorgen habe, die Sache könnte mir auf Dauer zu einem gesunden Aussehen verhelfen (und wer würde mich als Admin dann noch ernst nehmen??) muß ich dem entgegenwirken — Bratwurst, Popcorn, however
@hmw: wir könnten ja eine wöchentliche Bratwurst-Kolumne starten — Stoff genug dazu haben wir offensichtlich
@Soulsnatcher: ich bin jetzt auch voll demütig nachdem ich durchblickt habe, daß dies maximal eine Aufgabe für die Begnadetsten unter uns ist…
loading...
Hallo,
ja, eine Wuerschtelkolumne, das waere schon etwas. Aber, so muss ich gestehen, ich habe wohl schon an die zwei Jahre keine Wurst mehr gegessen. Auf dem Weg vom Geschaeft zu meiner Wohnhoehle gibt es keine Bude. Und die Bude in die andere Richtung war nicht so ueberzeugend.
Als ich noch ein junger Mann war, hatten wir hin und wieder zwei Schweine. Ich konnte sie nicht gut auseinander halten, aber Namen hatten sie trotzdem. Das eine hies immer Schnitzel und das andere Batwurst. Sie haben sich nie darueber beschwert.
Gruesse
loading...
ich mochte noch nie Würste, seien es Bratwürste oder Wienerle.
Ich kann mich höchstens für diese Minibratwürste erwärmen, ich glaub Nürnberger sind das.
Bei mir muß es Steak sein
loading...
Hallo,
als Kind habe ich auch nie Bratwuerste und auch keinen Pressfisch gemocht. Fuer die Wuerste hat sich das vor 20 Jahren oder so geaendert. Eigentlich sind Wuerste ja auch nur Steak, Darm, Kuheuter, Arterien und andere geheime Zutaten und Eis
.
Gruesse
loading...
ich meinte damit nicht die Qualität des Produktes. Ich gehöre nicht zu den Menschen die der Wurst unterstellen lediglich Fleischabfälle zu sein.
Ich mag einfach den Geschmack nicht. Die Ausnahme ist evtl. die Currywurst alle Jubeljahre mal.
loading...
@hmw: SCHNITZEL & BRATWURST?!
Wie fies ist das denn?
*wechlach*
Und Du kannst über geheime Bratwurst-Zutaten schreiben was Du willst: mir verdirbst Du den Appetit nicht
Immerhin ist eine Bratwurst kein Fleischwurstring und auch kein Gummibärchen, ich gehe also nicht davon aus, daß tierische Abfälle drin verwurstet wurden…
@MacBeth: kriegst dann im Sommer, wenn wir hier endlich mal grillen (so das Wetter mitspielt…) ein Holzfällersteak oder so; ich würde Dich niemals zum Wurstessen nötigen, außerdem teile ich meine Würste ungern
loading...
Ach was, Demut muss nicht.
Gib dich nicht auf, lern Bratwurst wenden
loading...
Hallo,
naja, frueher hat man die Dinge ja eher nach ihrem Nutzen, nach dem, was sie bringen behannt. Da hiess der Steckdosentraeger Speckseite oder eben Bratwurst, der Hund hiess Hund und die Katz hiess Rheumade^WMiez.
Ich wuerde die erlesenen Zutaten fuer das Wurstgeschaeft auch nicht als tierische Abfaelle bezeichnen. Die Suchmaschinen sind voll mit Rezepten wie ‘Paniertes Kuheuter alla Cheffe’. Ich koennte jetzt noch ein wenig ueber Berlin ranten, aber das hebe ich mir auf
.
Gruesse
loading...
@Soulsnatcher: Ich habe ja darüber nachgedacht; aber ich stehe halt schon im Berufsleben, und mit dem Azubi-Gehalt käme ich schlecht über die Runden… Und die Ausbildung zum Bratwurstwender läßt sich ja bekanntermaßen nicht auf zwei Jahre verkürzen… Es wird wohl ein auf ewig unerfüllter Traum für mich bleiben
@hmw: OMFG, bekannt ist das unter dem Namen »Berliner Schnitzel« — und ich dachte, das sei ein Witz! Nein — damit lasse ich mich nicht locken.
Bratwurst.
Bratwurst.
Bratwurst forever.
loading...