Achtung: dieser Blogeintrag wurde vor 3 Jahren, 6 Monaten und 7 Tagen veröffentlicht!
Beachtet das bitte dringend, vor allem im Falle konkreter Anleitungen.
Für etwaige Schäden kann keine Haftung übernommen werden!
Der Tag war lang und anstrengend, die Heimfahrt aufreibend, der Kühlschrank ist leer. Ich habe Durst, die Arme voll mit dem Kram, den ich aus dem Auto ausgeladen habe, und während ich aufsperre und im Haus das Telefon klingeln höre, verkantet sich die Haustür mit der Post, die durch den Briefschlitz geworfen wurde. Nanu, ein weißer Umschlag — kein Absender, kein Empfänger, nichts, einfach weiß. Ich befühle ihn vorsichtig — Briefbombe? Nein. Drohbrief? Nicht schon wieder… Hachnein, man möchte mich auf den rechten Weg bringen — handschriftlich, versteht sich…
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich hatte bisher noch nicht die Gelegenheit, persönlich mit Ihnen zu sprechen.
Das kann mehrere Gründe haben; zum einen bin ich berufstätig. Das bedeutet, ich befinde mich in einem Angestelltenverhältnis und erhalte Geld dafür, täglich mir übertragene Aufgaben zu erledigen — Nichtwissenden ist dieser Zustand auch unter dem Begriff Arbeit bekannt. Spaß macht das keinen, das können Sie mir glauben — viel lieber würde ich meine Brieffreundschaften pflegen.
Das ist auch der Grund, weshalb ich häufig die Tür nicht öffne, selbst wenn ich zu Hause bin — ich möchte der Konfrontation mit Vertetern, Anhängern diverser Glaubensgruppen und ähnlichem zum Schutze meiner geistigen Gesundheit schlicht aus dem Wege gehen.
Ich möchte Ihnen gern einige wichtige Informationen zukommen lassen. Einen gewissen Aufschluss vermittelt das beigefügte Faltblatt. Viele Christen kennen und beten das Vaterunser.
In der Tat; andere hingegen tun das nie, kehren der Sache den Rücken und treten aus der Kirche aus.
Wie ich.
Dort heißt es auszugsweise: »Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf der Erde.« Worum handelt es sich bei diesem Reich? Wird Gottes Wille tatsächlich eines Tages auf der Erde geschehen? Diese und viele andere Fragen, wie zum Beispiel: Warum werden wir alt und sterben? Warum läßt Gott Leid zu?, beantwortet und zufriedenstellend die Bibel.
Einige davon auch die Wissenschaft, Stichwort: Stoffwechsel.
Durch einen kostenlosen Bibelkurs können Sie Ihre eigene Bibel besser kennen und verstehen lernen. Wir führen diese Tätigkeit durch, weil wir aufrichtig an unseren Mitmenschen interessiert sind. Das Werk ist nicht kommerziell. Ich hoffe in absehbarer Zeit einmal persönlich mit Ihnen sprechen zu können.
Mitnichten.
Mit freundlichen Grüßen,
$UNLESERLICHER_SCHNÖRKEL
Kein Name. Nichteinmal ein direkter Ansprechpartner.
Nur ein Schnörkel.
Das beigefügte Traktat hat den schönen und recht vieldeutigen Titel »Alles Leid wird bald enden!« und zeigt ein glückliches Paar mittleren Alters mit Migrationshintergrund, gemütlich in der lauen Herbstsonne sitzend, inmitten ungehemmt blühender signalfarbener Blumen und Körben voller frisch geernteter Kürbisse und Äpfel; im Hintergrund erspäht der Betrachter das adrette, doch offenkundig von der Außenwelt isolierte Eigenheim der beiden, das weder mit Strommast noch Satellitenschüssel aufwartet, und einen leicht debil lächelnden Elch sowie die dazu passende Elchkuh. Und von der Seite, leicht verschwommen, nahezu schelmisch, erreicht eine Reiterin das fröhliche Paar, eine Reiterin auf einem hochbeinigen weißen Roß — eine weiße Reiterin…
Ich möchte nicht mehr darüber nachdenken, in welcher Form das Leid der beiden gleich ein Ende haben wird; kopfschüttelnd lege ich die Post des heutigen Tages zur Seite.
Ich habe noch immer Durst; aber ich brauche ein neues Schild für den Briefschlitz (vgl. oben)…
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Schaut nach den paradiesischen Vorstellungen der Zeugen aus, gemäß dem Stil des Bildes und den Worten zu urteilen
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Ich habe mal ähnliche Post bekommen. Irgendwie scheint die deine aber doch noch etwas der Realität näher zu stehen als die meine damals.
Was Menschen nur zu so etwas treibt?
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Na, ich weiß schon warum der Kerl, auf dem Bild, so grinst….
jaja, ich weiß! Ich bin ein schlechter, schlechter und verdorbener Mensch. *eg*
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Nachdem ich das Schild hier in meinem Garten aufgestellt hatte, war Ruhe!
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