Ohnmacht

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Das Wetter ist drückend, nicht wirklich gut, nicht wirklich schlecht — trüb eigentlich, und grau, und doch hat man klarere Sicht als meist, zumindest in landschaftlicher Hinsicht. Spannung liegt in der Luft, fühlbare Spannung, Spannung zum Anfassen; jeder spürt es und reagiert, nicht erotisiert, nur enerviert — laute Stimmen, ungezügelte Ungeduld, harsche Worte.

Wütende Telefonkonferenzen, gereizte Mails, Kommandoton auf dem Flur. Warum geht es nicht? Gestern ging es, vorgestern auch, heute ist nichts zu machen. Warum geht es nicht? Hab’s vorgestern nicht hinbekommen, hab’s gestern nicht hinbekommen, wird heute auch nicht klappen. Ständig neue Katastrophen, es ist zu warm. Tiefe Frustration, greifbares Unglück des Admins: das Gefühl, die Welt im Chip beherrschen zu können — und auf halbem Wege von würgenden Compilern, Coredumps, Bullshit abgedrängt zu werden.

Zwischenmenschliches Chaos, ehrliche Wut: warum ich? Der Drang, nach Hause zu gehen, der Drang, jetzt sofort und auf der Stelle den derzeitigen Standort zu verlassen — und die sichere Gewißheit, daß es nichts bringen wird, daß man ohnehin nicht weit genug wegrennen kann. Absemmelnde Rechner, Renter, die rechts blinken und links abbiegen, schon wieder eine Schlange an der Kasse, der Briefträger hat die Post in den Briefschlitz geknüllt.

Resignation.

Es gibt Tage, die ersatzlos aus dem Kalender gestrichen werden könnten.

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