Kategorien

Wie heißt das Ding?

Ich hab ja schon so einige Kommentare zu diesem Blog im allgemeinen und zu Artikeln im besonderen erhalten, aber die Aussage »So kryptisch, könnte genausogut ROT13 sein« war sogar mir neu — so heute einmal einige erklärende Worte, Zusatzinformation, Umgebungsvariablen.

wheelIn den vergangenen Wochen durften wir die eingehende Bekanntschaft des »Dingens« machen; »Dingens« ist die unprofessionelle Bezeichnung dieses bunten, kugeligen »Bitte warten, ich stürze gleich ab«-Symbols unter MacOS X, von dem keiner so recht weiß, wie es nun eigentlich heißt — Sanduhr-Äquivalent, Spinning wheel/ beach ball/ pizza of death, Spinning wait cursor oder — ganz kreativ — »Rollebällesje« (bei letzterem bin ich mir hinsichtlich der Schreibweise nicht 100%ig sicher, und mir wurde auch neulich erst erklärt, daß das tatsächlich Saarländisch ist). Gab’s schon unter NEXTSTEP, hat mich da auch schon aufgeregt.

SnowLeopardFinderWegBei meinen eigenen Rechnern geht das mit dem Update auf Snow Leopard schon los, das seines Zeichens für eine ganz neue Klasse an Fehlern sorgt: im Zusammenspiel mit meinem Netzlaufwerk beispielsweise kommt es immer wieder vor, daß die ganze Kiste schlicht den Dienst verweigert, Relaunch des Finders mündet in kapitalem Absturz desselbigen und bedingt den Reboot der Maschine.

PSCS3LochWirdGeloeschtÜber die letzten Wochen habe ich, oftmals nach offiziellem Feierabend, massenhaft mehr oder minder antikes Bildmaterial aufgehübscht — abphotographierte Photographien, eingescannte Landkarten, Portraitaufnahmen, teilweise fleckig, teilweise verblaßt, fast immer im verkehrten Bildformat, teilweise zerrissen und streckenweise nahezu unkenntlich. Die Masse der Seiteneffekte, wenn man Bilddateien > 1GB auf einem PowerBook (mit extern angeschlossenem 24″er natürlich) bearbeitet, ist hoch — und doch harmlos im Vergleich zu dem, was die Kollegen mit Cinema4D, After Effects & Co. erleben durften.

PSCS3Europa1899SmileyIrgendwann nimmt der Wahnsinn überhand — man fängt an, Smileys in Landkarten zu malen, nur weil die Ortsmarken wie Augen aussehen, man entwickelt wüste Ideen, was man wohin retuschieren oder wann man im Film lediglich die Textzeile ».oO( Kopfkino! )« einblenden könnte; während der Kollege seinen 32GB-MacPro rendern läßt, wird auf dem PowerBook das Netzlaufwerk unresponsive, und während man den Filmtext zum zweitausendsten Male hören muß, entwickelt man echte Aversionen gegen das »Horrrrrnwerrrrk«, den »Fußbrei« (fausse-braye) und die »Ohrrrenbastionen« (bastion à orillons).

DSC_3561Aber trotz der Parallelen von Mojito zu Lümetten (Lünetten) und »Saaralgen« (in Anlehung an Saar Alben), der Textpassagen, die wir mühelos auswendig aufsagen konnten, trotz Selbstkritik und einer gewissen Portion Lampenfieber war die Präsentation der Arbeit in Berlin das, was man wohl als »vollen Erfolg« bezeichnen kann.

Überhaupt, Berlin: Starbucks an jeder Ecke, »Botox-to-go«-Läden (!), Dreharbeiten am Kurfürstendamm, Berliner Currywürstchen, Berliner Weiße; der Strohhalm, der sich von extern in mein Cocktailglas schiebt, U-Bahn fahren, sich überall durch den eigenen Slang als »Ausländer« outen; plötzlich wieder zu Hause in einem 300-Einwohner-Kaff zu sein, fühlte sich am ersten Tag sehr fremd an…

Keine ähnlichen Artikel.

4 Kommentare zu Wie heißt das Ding?

Einen Kommentar schreiben

 

 

 

Diese HTML-Tags können verwendet werden

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>