Es sind nun genau sechs Monate, da ich die letzte Zigarette geraucht habe. Und da meine Umwelt das in nicht ausreichendem Maße huldigt — die meisten nehmen es nichteinmal wahr — huldige ich mir nun einmal selbst. Jawoll.
Sechs Monate, das sind immerhin so rund 180 Tage. Und Nächte! Voller Hochs und Tiefs, Gehacke am Rechner und zusammen mit guten (rauchenden) Freunden. Und wenn ich pro Tag acht Zigaretten ansetze, dann sind das 1.440 Zigaretten, die ich seither nicht geraucht habe.
1.440 Zigaretten — das entspricht 7,2 Stangen. Und da ich bekennender Lucky Strike bzw. Camel Lights Fan war, entspricht das wiederum so in etwa 7,2 x 45 EUR. Sprich: ich habe seit Januar etwa 324 EUR gespart — nur, weil ich nicht mehr rauche. Aufs Jahr gesehen wären das dann schon 648 EUR, die steigenden Tabakkosten nicht eingerechnet.
Das mildert spontan das schlechte Gewissen, daß ich für die getönte Tagescreme dieser Nobelmarke 15 EUR hingelegt hab. Lächerlich! Und manchmal muß man sich doch was Gutes tun, oder? ;)
Und wen es interessiert: ich habe weder Akupunktur gemacht noch Nikotinpflaster geklebt, und ich habe die fehlenden Zigaretten bislang auch nicht durch Schokoriegel oder Gummibärchen kompensiert. Ich habe einfach einem Tag noch geraucht und am nächsten nicht mehr, ich kam nicht auf Horror und hab auch nicht kiloweise zugenommen. Ich hab das angebrochene Päckchen noch in der Schreibtischschublade, Mahnmal oder Notration, wie man es sehen möchte, aber angerührt hab ich es bislang nicht. Und jetzt klopfe ich mir mal selber auf die Schulter, weil das nämlich ganz schön cool ist :D
Die Freundschaften zerbrachen — zumeist, weil wir das Prinzip »leben und leben lassen« nicht verinnerlicht hatten. Mehr und mehr gerieten wir uns in die Haare — wegen unterschiedlicher Lebensauffassungen, religiöser Ansichten (!), Kleinigkeiten. Ihr Hang zu mittelalterlicher Musik wurde genauso zum Problem wie meiner zur Informatik, ihre ständig wechselnden Männer erschwerten unsere Beziehung wie meine unregelmäßigen Arbeitszeiten, ihr Hang zum Alkohol führte zum Bruch wie meine verletzten Gefühle, da ich als ihre beste Freundin von ihrer Hochzeit erst danach erfuhr. »Nicht traurig sein«, so trösteten andere, »dann war sie’s nicht wert«. Recht hatten sie, allein war ich trotzdem.




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